Apples Aktionärsversammlung: Keine Chance für Anti-DEI-Vorstoss
Gestern Abend hat die diesjährige Aktionärsversammlung von Apple stattgefunden. Anlässlich des «Annual Shareholders Meeting» steht allem voran die Wiederwahl des Verwaltungsrates von Apple an, aber auch von extern hereingetragene Traktanden. Neben einigen anderen Anträgen sorgte in erster Linie einer zu Apples DEI-Programmen für grosse Aufmerksamkeit.
Bereits im Vorfeld sorgte ein Vorstoss des «National Center for Public Policy Research», einem konservativen Think-Tank aus den USA, für Schlagzeilen – so war es denn auch dieser Antrag, der unter der Handvoll diskutierten am meisten Aufmerksamkeit erhielt.
Der Vorstoss verlangte von Apple «die Abschaffung seines Diversity-Equity-and-Inclusion-Programms (‹Vielfalt, Gleichstellung und Integration›, in Englisch kurz ‹DEI›, Anm.d.Red.), deren Richtlinien, deren Abteilung und deren Ziele zu erwägen».
Gemäss dem Think-Tank sollen DEI-Programme Unternehmen anfällig für Klagen machen. Die Antragsteller führten dazu ein kürzlich gefälltes Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA gegen rassistisch begründete Massnahmen an Hochschulen auf und wiesen darauf hin, dass andere Unternehmen ähnliche Programme abgeschafft oder zurückgefahren hätten. Beispielsweise haben kürzlich der Facebook-Mutterkonzern Meta und auch der Online-Händler Amazon ihre DEI-Programme abgeschafft.
Apple kämpfte gegen den Vorstoss an und empfahl vor der Jahresversammlung, den Antrag abzulehnen. Dieser Empfehlung folgten gestern die Apple-Aktionäre auch in überwältigender Mehrheit und schickten den Vorstoss bachab. Die Aktionäre haben sich mit 97 Prozent der Stimmen klar für die Beibehaltung des aktuellen DEI-Programms des Mac-Herstellers entschieden, sowie der damit verbundenen Richtlinien und Einstellungspraktiken.
Kurz nach der Abstimmung äusserte sich Apple-CEO Tim Cook zum Thema und sagte, dass sich das DEI-Programm von Apple in Zukunft ändern könnte, falls das durch geänderte Gesetze notwendig werde. Die BBC zitiert den Apple-Chef: «Wenn sich die Rechtslage in diesem Bereich weiterentwickelt, müssen wir vielleicht einige Änderungen vornehmen, um den Anforderungen gerecht zu werden, aber unser Streben nach Würde und Respekt für alle und unsere Arbeit zu diesem Zweck wird niemals ins Wanken geraten.» Das Unternehmen werde «weiterhin an einer ‹Kultur der Zugehörigkeit› arbeiten, in der alle ihre beste Arbeit leisten können».
Cook verwies auch darauf, dass die Stärke des Unternehmens gerade in der Vielfalt liegt. Auch soll es beim Mac-Hersteller keine DEI-bezogenen Einstellungsquoten geben. Die Unternehmenskultur sei eine, in der «Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Perspektiven zusammenkommen». Apple bleibe «den Werten verpflichtet, die uns immer zu dem gemacht haben, was wir sind».
Der Apple-Verwaltungsrat wurde übrigens bestätigt: James Bell (seit 2015), Tim Cook (seit 2005), Andrea Jung (seit 2008), Art Levinson (seit 2000), Monica Lozano (seit 2022), Ronald Sugar (seit 2010), Sue Wagner (seit 2014), Alex Gorsky (seit 2021) und Dr. Wanda Austin (seit 2024) wurden wiedergewählt. Auch wurde das Salär der Chef-Etagegenehmigt.
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